Kunst und Handwerk - Die Dinkelzüchterin Catherine Cuendet

Auf dem Hofgut Oberfeld, einem vielfältigen Demeter-Betrieb in Darmstadt, ist Catherine Cuendet als Dinkelzüchterin tätig. Der Züchtungsstandort ist eine Außenstelle der Getreidezüchtung Peter Kunz (Schweiz), bei der C. Cuendet seit vielen Jahren arbeitet. Gemeinsam mit ihr ist vor zwei Jahren ein Teil der Dinkelzüchtung auf das Hofgut Oberfeld umgezogen.

Catherine Cuendet mit Dinkelähren
Catherine Cuendet mit Dinkelähren

Wie sind Sie zur ökologischen Züchtung gekommen?
Ich hatte eigentlich nicht die Absicht längerfristig in der Züchtung zu arbeiten. Ich wollte da nur etwas intensiver reinschnuppern. Aber dann folgte ein Jahr dem anderen – und jedes Jahr wurde interessanter. Bis ich mir gar nicht mehr vorstellen konnte, etwas anderes zu machen.

Wo haben Sie das Züchtungshandwerk erlernt?
In der Getreidezüchtung Peter Kunz. Uni und landwirtschaftliche Lehre hatte ich zwar als Hintergrund mitgebracht, doch es war, als würde ich noch einmal
in die Lehre gehen.

Was war dabei die größte Herausforderung?
Das schwierigste war und bleibt es den „Züchterblick“ zu begreifen und zu schulen. Er ist ein effektives Werkzeug um in den Pflanzen zu „lesen“ und diese zu beurteilen. Diesem Züchterblick auf die Spur zu kommen motiviert mich maßgeblich bei meiner Arbeit.

Das gesamte Interview finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Infobriefs.

Züchtungs- und Sortentage für Profis

Seit 2006 veranstaltet Kultursaat e.V., die Vereinigung der biologisch-dynamischen Gemüsezüchter/innen gemeinsam mit der Bingenheimer Saatgut AG jährlich Züchtungs- und Sortentage für Erwerbsgemüsegärtner/innen. Dabei werden bereits vorliegende und zu erwartende Züchtungserfolge im Bereich samenfester Sorten vorgestellt – Alternativen zu den weit verbreiteten Hybriden. Die Praktiker/innen können sich auf dem Acker ein Bild davon machen, welche ökologisch gezüchteten Sorten für ihre Gärtnerei geeignet sind.
In diesem Sommer öffneten dafür die drei Gemüsegärtnereien Gut Wulfsdorf (Ahrensburg bei Hamburg), Rote Rübe - Schwarzer Rettich (Rittmarshausen bei Göttingen) und der Obergrashof (Dachau bei München) ihre Hoftore.

Lesen Sie die ganze Meldung im aktuellen Infobrief des Saatgutfonds.

Weitere Meldungen

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Die gesamte Ausgabe des neuen Infobriefes Saatgutfonds finden Sie hier.

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Grußwort

Liebe Leserinnen und Leser,

in der konventionellen Getreidezüchtung werden heute Ertragspotenziale von weit über 10 Tonnen je Hektar angestrebt. Dies lässt sich nur mit einer extrem hohen Intensität an Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen erreichen. Die am jeweiligen Standort gegebene Bodenfruchtbarkeit sowie die Fähigkeit der Sorten und des Anbausystems zur Selbstregulation von Schaderregern treten dabei in den Hintergrund. Im Ökolandbau liegen die Dinge anders: Hier hängen Ertrag und Qualität sehr viel stärker von der standörtlichen Bodenfruchtbarkeit ab. Zudem werden Krankheiten, Schädlinge und Unkräuter nicht mit chemisch synthetischen Pflanzenschutzmitteln unterdrückt. Daher sind die Ansprüche von Biobäuerinnen und -bauern an ihre Sorten sehr viel höher. Je stärker die konventionellen Sorten zukünftig für den Intensivanbau optimiert werden, umso weniger werden sie sich für den ökologischen Landbau als geeignet erweisen. Dies ist die große Herausforderung und zugleich die große Chance für die ökologische Pflanzenzüchtung, ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen und den ökologischen Anbau mit hervorragenden Sorten zu unterstützen, die im Einklang mit den Prinzipien des Biolandbaus gezüchtet wurden. Ich freue mich, dass die vom Saatgutfonds geförderten ökologischen Pflanzenzüchter/innen für diese Herausforderungen gut aufgestellt sind.

Dr. Klaus-Peter Wilbois ist leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) und dort u.a. für den Arbeitsbereich „Pflanzenzüchtung“ zuständig sowie Mitbegründer von Eco PB (European Consortium for Organic Plant Breeding).