Getreidezüchtung Peter Kunz – Es lebe die Vielfalt!

Die Getreidezüchtung Peter Kunz (GZPK) existiert bereits seit 1984 und ist seit dem Jahr 2000 als gemeinnütziger Verein mit Sitz in Hombrechtikon/Schweiz anerkannt.

Die Arbeitsbereiche der GZPK sind sehr vielfältig. Einen Schwerpunkt stellt jedoch die Weizen- und Dinkelzüchtung dar. Ziel des dazugehörigen Biodiversitätsprojektes Pre Breeding ist es, die Grundlage für die Weizen- und Dinkelzüchtung für den biologischen Anbau zu schaffen. Durch den Erhalt und die Erweiterung der genetischen Vielfalt stehen Ressourcen für die Entwicklung neuer, fruchtbarer, lokal angepasster und robuster Weizen- und Dinkelsorten zur Verfügung. Diese werden nicht allein für die weitere Arbeit der GZPK genutzt, sondern zunehmend auch von anderen Züchtern/innen und Instituten angefragt.

Während in der Weizenzüchtung der GZPK v. a. die Sortenvielfalt im Ertragsbereich von 35 bis 60 dt/Hektar vergrößert und allerbeste Back- und Nahrungsqualitt erreicht werden sollen, gilt es beim Dinkel v. a. die Standfestigkeit der alten Sorten an die heutigen Anbaubedingungen anzupassen.

Bei allen Getreidezüchtungsprojekten spielt selbstverständlich die Pflanzengesundheit, d. h. die Widerstandsfähigkeit der Sorten gegenüber Krankheiten, Schädlingen, Beikraut und ungünstigen Anbaubedingungen eine große Rolle. Darüber hinaus wird aber auch der Backqualität und der Sensorik große Aufmerksamkeit geschenkt. Im betriebseigenen Labor können sowohl standardisierte Backqualitätsuntersuchungen als auch sensorische Untersuchungen durchgeführt werden. Diese sind wichtig, um die Ergebnisse der vorangegangenen Züchtungsarbeit zu überprüfen und zukünftige Maßnahmen daran zu orientieren.

Unabhängig vom Vereinsnamen ist die Forschungsarbeit der GZPK nicht auf Getreide beschränkt. Vielmehr wurde seit 1997 mit dem Aufbau einer Maispopulation begonnen, deren Pflanzen offen abblühen (open pollinating - OP-Mais). Ziel ist es, Maissorten zu entwickeln, die samenfest - d. h. nachbaufähig - sind und damit eine Alternative zu den Hybridsorten darstellen. Damit birgt dieses Projekt großes Potential, Landwirte im Maisanbau unabhängig von wenigen großen Saatgutfirmen zu machen, die ausschließlich Hybridmais anbieten. Diesem Aspekt ist insbesondere durch die voranschreitenden Zulassung gentechnisch veränderter Maissorten besondere Bedeutung beizumessen. Allerdings kann das Projekt aus finanziellen und Zeitgründen bisher in nur sehr kleinem Rahmen weitergeführt werden.

Ein bisher ebenfalls wenig bearbeiteter Bereich ist die biologisch-dynamische Ölpflanzenzüchtung beispielsweise von Raps, Sonnenblumen und Saflor. Auch hier werden in Europa vorrangig Hybridsorten angeboten und angebaut. Dies hat schwerwiegende Folgen für die Sortenvielfalt dieser Arten. So wird europaweit z. B. nur noch eine offen abblühende Sonnenblumensorte angeboten, die aufgrund ihres geringen Ölgehaltes überwiegend als Gründüngungspflanze angebaut wird. Bei anderen Arten wie Saflor Leindotter, Ölrettich oder Rübsen stehen häufig nur noch alte Sorten zur Verfügung, die heutigen Anforderungen des biologischen Landbaus kaum genügen.

In einer umfassenden Studie entwickelt die GZPK biologisch-dynamische Selektionskriterien für einzelne Arten, sichtet vorhandenes und potentielles Zuchtmaterial und strebt den Aufbau einer Basispopulation von Sonnenblumen an. Der Erfolg des Projektes ist allerdings vom Arbeitsaufwand und der finanziellen Situation der GZPK abhängig.

Unter www.getreidezuechtung.ch finden Sie weitergehende ausführliche Informationen zur gesamten Arbeit der GZPK.

online-spenden